Ab welcher Größe arbeiten Teams in Projekten nicht mehr effektiv und effizient?  Teil 1

Auch während des Endspurts einer Sanierung oder Transformation werden den bestehenden Projekten immer noch weitere Aufgaben zugeteilt. Nicht selten beginnen die Teams zu diesem Zeitpunkt zu straucheln und beklagen zu wenige Mitarbeiter für zu viele Aufgaben.

Krisenberatungen entscheiden in solchen Fällen oft, mehr Mitglieder ins Team zu holen. Sie sollen helfen, die zusätzlichen Aufgaben in der geplanten Zeit zu lösen. Rechnerisch müssten ja 6 Mitglieder mehr schaffen als 3 – oder gar in der Hälfte der geplanten Zeit fertig werden!

Leider funktioniert das nur in den seltensten Fällen. Das zeigt auch folgende Erfahrung: Im Raum eines Projektteams ist der folgende Spruch an die Wand geklebt worden:

 

„Berater glauben immer noch, dass ein Baby durch 9 Mütter in einem Monat zur Welt gebracht werden kann. 
Projektmanager wissen schon, dass es das Brook’s Law gibt“

 

Was ist das Brook’s Law ?

Gerade bei Insolvenz- und Sanierungsprojekten lohnt sich ein Blick auf das „Brook’s Law“, dass von Frederik Brook (IBM) aus dem Jahr 1975 stammt. Oft genug werden bei zeitkritischen Projekten zum Ende hin zusätzliche Ressourcen hinzugefügt, in der Hoffnung, alles ginge dadurch schneller. Was gut gemeint ist und in vielen Unternehmen mit technischen Projekten noch immer Praxis ist, geht so gut wie immer nach hinten los.

 

Das Brook’sche Gesetz sagt aus: „Adding manpower to a late project makes it even later.“ 

 

Brook benennt dafür 5 Gründe:

  1. Performance: Der Teambildungsprozess wiederholt sich und fängt ganz von neuem an. Das kann zu Zeitverzögerungen und Konflikten führen, die Zeit beanspruchen.
  2. Einarbeitung und Komplexität: Die Einführung neuer Mitarbeiter bedeutet zusätzliche Einarbeitungszeit für bestehende Mitarbeiter und eine Erhöhung der Komplexität.
  3. Latenz und Granularität: Sind Aufgaben bereits in sinnvolle Unterpakete geteilt, müssten diese für die neuen Mitglieder noch kleinteiliger gemacht werden. Das führt zu einem höheren Zeitaufwand. Auch das Zusammenführen der einzelnen Arbeiten bedeutet i.d.R. einen zusätzlichen Arbeitsaufwand.
  4. Koordination: Durch die gestiegene Anzahl von Teilnehmern steigt der Koordinierungsaufwand im Projekt überproportional.
  5. Beziehungen: Die Anzahl der Beziehungen und damit der Kommunikationsbedarf steigt exponentiell mit der Anzahl der Teammitglieder.

Lesen Sie in Teil 2 mehr darüber, bei welcher Größe Teams in Projekten effektiv und effizient arbeiten!

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