CYNEFIN: Das Lösungsmodell für Umfelder mit System-Ungewissheit – Teil 2

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung von „CYNEFIN: Das Lösungsmodell für Umfelder mit System-Ungewissheit – Teil 1“.

 

3. Das komplexe System

Bei komplexen Ausgangssituationen gibt es keine offensichtliche Lösung – sie wird erst im Nachhinein deutlich. Das Ziel ist umrissen, der Weg aber nicht immer bekannt. Die Devise lautet in komplexen Systemen daher „Probe, analyze, respond“. Es gelingt hier im besten Fall, sich mit einem „Trial-and-Error“-Ansatz an die Lösung heranzutasten. Zur komplexen Ausgangslage gehört z.B. eine strategische Neuausrichtung.

Systemungewissheit

 

4. Das chaotische System

In chaotischen Ausgangslagen ist das Umfeld völlig unbekannt und es gibt keine klare Lösung. Der Lösungsweg lautet daher „Act, sense, respond“. In chaotischen Situationen gilt es, mutige und kreative Schritte zu wagen, bis die Lage wieder auf Kurs kommt. Die neutrale Zone im Transformationsprozess kann manchmal das Ausmaß einer chaotischen Ausgangslage annehmen.

 

5. Der blinde Fleck

Zuletzt gibt es noch die Unordnung in der Mitte: Hier ist nicht klar, in welchem System man sich bewegt. Oberste Priorität hat es, das Problem in ein definiertes System zu verschieben. Hierfür müssen Unternehmen mehr Informationen sammeln und identifizieren, was bekannt ist und wo noch im Dunkeln getappt wird.

 

Gerade in Transformationsprozessen ist nicht immer klar, in welchem System sich die Organisation, das Team oder das Projekt befinden. Führungskräfte denken womöglich, sie hätten alles im Griff, erkennen aber schlichtweg das System, in dem sie sich befinden, nicht. Hier sind alle Beteiligten angehalten, aus der Komfortzone auszubrechen und sich klarzumachen, dass bekannte Methoden nicht auf neue Probleme angewandt werden können.

 

Fazit

Das CYNEFIN-Modell macht deutlich: Nur nach Best Practices zu handeln, ist in komplexen Systemen nicht mehr zielführend. Im Gegenteil: „One size fits all“-Ansätze haben im Wirtschaftssystem des 21. Jahrhunderts nichts mehr verloren.

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